Für mich persönlich sehr interessant ist das Lesen von Tageszeitungen auf dem Apple iPad. Nachdem in den USA bei der New York Times gerade intern eine heftige Diskussion rund um den Preis eines Abos auf dem iPad geführt wird, würde mich interessieren, wie viel Geld ihr monatlich für ein digitales Zeitungsabonnement ausgeben würdet.

Zahlreiche Umfragen haben ergeben, dass die Online Community kaum bereit ist, Geld für digitalisierte Printinhalte zu bezahlen, was ich nun überhaupt nicht nachvollziehen kann. Egal ob ich die Süddeutsche Zeitung oder die Financial Times nun „real“ oder auf dem iPad lese, die redaktionelle Arbeit die dahinter steckt ist die gleiche.

Derzeit liegt der Abo-Preis für eine große Tageszeitung in Deutschland im Schnitt zwischen 35 Euro und 45 Euro pro Monat. Ist man Student halbiert sich der Preis zum Teil um die Hälfte. Für mich ergibt sich daraus, dass ein Preis von 10 Euro bis 15 Euro zweckmäßig und angemessen für ein vollwertiges digitales Abo eine Tageszeitung wäre. Mit vollwertig meine ich, dass die Artikel denen der „echten“ Tageszeitung entsprechen und nicht einfach jene übernommen werden, die ohnehin kostenlos auf der Homepage der Zeitung zur Verfügung stehen.

Was meint ihr?

Vor einigen Wochen habe ich im App Store gesehen, dass die Süddeutsche Zeitung eine eigene App in den App Store gebracht hat. Einige Zeit später habe ich bei Trigami ein Angebot erhalten, in dem es darum ging, genau diese App vorzustellen. Beim Durchlesen der Auftragsbeschreibung bin ich über einen Satz gestolpert, in dem darauf hingewiesen wird, dass man doch bitte ein möglichst positives Feedback im App Store hinterlassen sollte.

Ansonsten wurden die zahlreichen Vorteile und positiven Aspekte der App und der Süddeutschen im Allgemeinen aufgezählt. Es sollte auch jedem klar sein, dass wenn ein Unternehmen Blogger beauftragt ein Review zu verfassen, dieses nicht schon in der Auftragsbeschreibung irgendwelche negativen Aspekte erwähnt. Im Gegenteil, bei Trigami gilt, wie jeder weiß: die eigene Meinung zählt und die kann auch negativ sein.

Nun war mir aber klar, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis irgendein Blog daraus einen Skandal macht und siehe da, am heutigen Morgen war Twitter und mein FeedReader voll davon. Wenn man bedenkt, dass das positive Feedback im App Store nur einen kleinen Teil der Kampagne ausmacht und durch die Kampagne höchstens 30 oder 40 Bewertungen zu Stande gekommen wären, dann erscheint es auf Grund der mehreren Hundert bereits abgegebenen Bewertungen fast schon als Farce, wenn Blogs titeln „Süddeutsche erkauft sich positives Feedback im App Store“.

Ich weiß, dass viele mir nicht zustimmen werden, aber ich bleibe dabei: die Süddeutsche hat nichts anderes gemacht, wie zahlreiche andere Unternehmen zuvor, nur dass bei der Süddeutschen als renommierte Zeitung nun gleich künstlich Aufregung und Hysterie geschürt wird.