Nokia Lumia 800

Ich weiß, ich bin etwas spät dran, aber ich möchte zum Nokia Lumia 800 mit Windows Phone 7.5 doch ein paar abschließende Worte verlieren. Die Telekom ermöglichte es mir, für ein paar Wochen ein Testgerät zu nutzen und ich wollte sehen, wie es meinen Alltag so meistert. Es würde meine erste Begegnung mit Microsofts, von Grund auf neu gestaltetem, mobilem Betriebssystem mit dem Codenamen Mango.

Nokia Lumia 800

(mehr …)

Auch wenn das Geschrei um Microsofts neuestes Betriebssystem Windows 8 letzten Monat groß war schlägt Microsoft endlichen einen neuen Weg ein. Das Konzept setzt sehr klar darauf, dass in der Zukunft kein klassisches Windows mehr zum Einsatz kommen soll. Stattdessen nutzt man ein einfach zu bedienendes OS, dass durch Apps erweitert wird. Eigentlich nicht neu, schließlich kennt man diese Strategie schon seit einigen Jahren aus dem Smartphone Bereich. Doch ist die Entwicklung in diese Richtung für die Kunden wirklich die richtige?

Diese Frage lässt sich schwer beantworten und auf keinen Fall verallgemeinern. In professionellen Bereichen wird sich dieses Konzept schwer vermarkten lassen, dort kommen spezielle Anwendungen zum Einsatz die in den meisten Fällen ohnehin nicht in einem App Store vorzufinden sein werden. Doch für diese Anwendungsfälle kann in Windows 8 immer noch die klassische Windows Oberfläche genutzt werden. Die neue Metro Oberfläche erinnert dagegen stark an Microsofts Windows Phone 7. Hier fällt die Entscheidung meiner Meinung nach auf den Geschmack, ob einem das Kachel Design gefällt oder nicht.

Die neue Oberfläche bietet auch noch weitere Vorteile. Während man Windows in der Vergangenheit nicht so affinen Computernutzern schwer erklären konnte, dürfte dies nun leichter von der Hand gehen. Es gibt bis dato einfach nicht mehr so viele Einstellungsmöglichkeiten in Windows 8 wie bisher. Nur selten benötigte Systemprogramme wie z.B. Windows Powershell oder die CMD sind in der Metro Oberfläche nicht vorzufinden. Dadurch werden die nicht so affinen Computernutzern nicht so stark abgeschreckt wie vorher.

Durch den neuen Windows Store lassen sich außerdem neue Programme bequemer installieren als bisher. Lästige Klicks durch Installer entfallen dann. Auch hier zeigt sich wieder die Einfachheit, die das Leben im Alltag erleichtert. Insgesamt gefällt mir Microsofts Konzept mit der neuen Metro Oberfläche sehr gut, da sie einfach zu bedienen ist und endlich eine Veränderung des klassischen Windows Systems darstellt.

Jetzt aber zu euch liebe Leser, was meint ihr zur neuen Metro Oberfläche in Windows 8?

Android 4.0 Ice Cream Sandwich mascot

Google Android. Inzwischen kennt das mobile Betriebssystem jeder. Egal ob High-End-Smartphone oder Einsteigerhandy, das mobile Betriebssystem von Google hat für jeden Geschmack etwas zu bieten – und vor allem auch für jeden Geldbeutel. Die Tatsache, dass Google Android auf verschiedenen Smartphones mit unterschiedlicher Hardware laufen muss, hat natürlich auch ihre Schattenseiten. Nach der Vorstellung von Google Android 4.0 Ice Cream Sandwich wähnte ich Google schon auf dem richtigen Weg. Aber dann ging wieder die Diskussion rund um Updates bei den Herstellern los. Das Thema Updates liegt auf Google Android wie ein Fluch. Obwohl Hersteller wie Samsung und HTC bereits angekündigt haben, dass einzelne Modelle das Update erhalten, darf dies nicht über die generelle Problematik hinwegtäuschen, die heute auch bei uns im Blog ein Leser angesprochen hat:

„Mir ist das zu blöd. Ich werde nicht wieder ein halbes Jahr auf ein Update fūr mein Galaxy S warten wie bisher. Falls es ūberhaupt je erscheinen wird. Dies ist einer der Gründe, warum ich mit Android durch bin.“


(mehr …)

In dieser Woche habe ich sehr viel über die Verkaufszahlen von Google Android und iOS gelesen. Da wird sehr viel spekuliert und gelobt. Manchen sollte man vielleicht näher bringen, dass es für Android keine große Sache ist, iOS überholt zu haben. Fast jedes neue Smartphone wird mit Google Android ausgeliefert. Apple hat seit über einem Jahr kein neues Smartphone auf den Markt gebracht. Geringere Verkaufszahlen sind da nur die logische Konsequenz. Egal. Darum geht es mir heute gar nicht. Viel interessanter ist doch die Frage, warum es jetzt schon seit geraumer Zeit Tablets mit Google Android gibt, die rein von der Hardware her wirklich hervorragend sind, die aber dennoch wie Blei in den Regalen der Händler liegen. Liegt es am Marketing? Liegt es an Google Android? Oder liegt es vielleicht an den Kunden?

Eines der ersten Tablets mit der Tablet-Version von Google Android (Honeycomb), das ich testen konnte, war das Motorola Xoom. Das Samsung Galaxy Tab 10.1v war dann mein erstes richtiges Highlight: dünn, leicht, schnell. Man muss an dieser Stelle erst gar nicht über Konzerne sprechen, die andere Konzerne verklagen, die dann ihre erstklassigen Tablets nicht auf den Markt bringen dürfen. Damit haben die schlechten Verkaufszahlen nämlich überhaupt nichts zu tun. Ich habe in den vergangenen Wochen mit mehreren Leuten über das Thema Android-Tablets gesprochen. Dabei wurde eines klar: es ist nicht nur ein Faktor sondern gleich mehrere, die potentielle Käufer darin hindern, bei Android-Tablets zuzuschlagen.

If you don’t have an iPad…

Es soll Menschen geben, die kaufen neue Produkte nicht weil sie sie brauchen, sondern weil sie von einer bestimmten Marke sind. Das ist in jedem Produktbereich so, nicht nur bei Technik. Apple hat es geschafft, einen solchen Markenhype zu kreieren. Hat man ein Apple-Produkt zuhause, möchte man auch das neue iPhone und das neue iPad und den neuen iPod touch. Manche nutzen die Devices dann auch tatsächlich, andere haben ein iPhone und weder eine Internet-Flatrate noch das Wissen, was eine App ist. Diesen Leuten geht es nur um Apple und das damit verbundene, subjektive Gefühl des Dazugehörens. Die Produktklasse und der Nutzen spielen keine Rolle. Von daher würde aus dieser Gruppe auch niemand darüber nachdenken, ein Android-Tablet zu kaufen. If you don’t have an iPad, you don’t have one. 

Google Android: ein Betriebssystem in der Entwicklung

Manch ein Android-Fan wird jetzt bestimmt gleich widersprechen, aber für mich persönlich und auch die Leute mit denen ich gesprochen habe, steckt Google Android als Betriebssystem für Tablets noch in den Babyschuhen. Es gibt sehr gute Ansätze, aber es muss noch sehr viel geschehen. In meinen Augen bezeichnend: noch nicht einmal ein eigener Bereich für Honeycomb-optimierte Anwendungen existiert im Android Market. Ohnehin gibt es kaum Anwendungen für Android-Tablets und wie eine für ein 3,7 Zoll Smartphone gestaltete App auf 10 Zoll aussieht, muss ich keinem erklären. Für Kunden, die einfach nur Spaß mit ihrem Tablet haben wollen, keine Option.

Google Android und die Updates

Wer ein Smartphone mit Google Android hat, der weiß, dass das Schlimmste an Google Android die Updates sind. Wer kein Nexus-Modell hat, das die Updates direkt von Google bekommt, muss auf Updates oft monatelang warten – oder es gibt gar keine Updates. Dieser Zustand sorgt zunehmend für Unzufriedenheit bei Smartphone-Nutzern. Natürlich gibt es auch Kunden, für die das Thema Update überhaupt keine Rolle spielt, da sie Android nur aus einem Grund nutzen: weil es eben auf dem neuen Handy installiert war. Tablets haben in Deutschland aber noch nicht den Status eines Mobiltelefons, das fast jeder hat. Kunden, die den Kauf eines Tablets planen, schauen sich deshalb vorher ganz genau an, was sie da kaufen. Die Aussicht teils bis zu 700 Euro für ein Gerät auszugeben, das eventuell nur noch ein Update erlebt, wirkt abschreckend.

Nicht Preis-Leistung, sondern Preis-Nutzen

Auf der IFA 2011 hatte ich das neue Samsung Galaxy Tab 7.7 in der Hand. Bislang habe ich noch kein Tablet gesehen, das man qualitativ auch nur annähernd damit hätte vergleichen können. Ein Traum für Technikbegeisterte. Ein Must-Have. Selbiges gilt auch für das Samsung Galaxy Tab 10.1 und einige andere Android-Tablets auf dem Markt. Warum aber verkaufen sich Android-Tablets dann nicht wie geschnitten Brot?

Beispiel A: Der Otto-Normal-Verbraucher

Android-Tablet: „Hi. Ich bin ein Android-Tablet.“
ONV: „Tablet? Brauch ich nicht.“

Beispiel B: Der Android-Fan

Android-Tablet: „Hi. Ich bin ein Android-Tablet.“
Android-Fan: „Yeah. Genau das, was ich gesucht habe! Endlich ein gutes Tablet! Was kostest du denn?“
Android-Tablet: „Je nach Ausstattung zwischen 500 Euro und 700 Euro.“
Android-Fan: „Oh. Gibt es dich nicht auch als kostenlose Lite-Version mit Werbung?

Sarkastisch, aber leider die Wahrheit. Selbst absolute Android-Fanatiker, die öffentlich regelmäßig Android in den Himmel loben und Apple verteufeln, sehe ich bei Events regelmäßig mit einem iPad. Ich kann es an einer Hand abzählen, wie oft ich auf Messen und Konferenzen Leute mit einem Android-Tablet gesehen habe. Es ist einfach die Mischung aus allem, die Android-Tablets derzeit nicht zum großen Renner werden lässt: hohe Preise, eine Software die noch weit entfernt von „High Usability“ ist und Kunden, die nicht bereit sind, für all das Geld auszugeben. Das Preis-Leistungs-Verhältnis (was die Hardware angeht) stimmt zu 100 Prozent. Aber nur wer sich auch einen wirklichen Nutzen verspricht, wird auch tatsächlich zuschlagen.

Google Android entwickelt sich stetig weiter und in ein oder zwei Jahren, wird sich er Erfolg auch einstellen, da Preise sinken und das System an sich anwenderfreundlicher wird. Bis dahin bleiben Android-Tablets, zumindest aus meiner Sicht, ein Nischenprodukt für einen kleinen Kreis von technikaffinen Anwendern.

Ich gehörte damals zu den ersten, die das gerade vorgestellte Windows Phone 7 auf dem LG OPTIMUS 7* ausprobieren konnten. Ich war begeistert und bin es auch heute noch. Das neue mobile OS von Microsoft ist durchweg gelungen. Es besticht durch schlichtes Design und eine intuitive Benutzeroberfläche mit Hubs. Nach einem guten Start kehrte sehr schnell Ruhe ein. In den letzten Monaten wurden kaum neue Windows Phone 7 Smartphones vorgestellt und bei Amazon können die früheren High-End-Smartphones zu Flohmarktpreisen günstigen Preisen erworben werden.

Wie konnte das passieren? Meiner Meinung nach hat Microsoft das selbst zu verantworten. Mit Glanz und Glamour wurde Windows Phone 7 und eine ganze Reihe ansprechender Smartphones auf den Markt gebracht und dann kam nichts mehr. Nachdem bereits Jahre zuvor beim iPhone deutlich wurde, wie wichtig Funktionen wie Copy & Paste für den Endverbraucher sind, hatte man bei Microsoft nichts gelernt. Die erste Version von Windows Phone 7 beherrschte grundlegende Dinge nicht. Ein Update wurde in Aussicht gestellt, erschien aber erst Monate später. Ein solcher Start ließ nichts Gutes vermuten und folglich griffen potentielle Verkäufer zu Android – dort gibt es alle Funktionen, die bei Windows Phone 7 fehlen. Auf Wunsch auch in Windows Phone 7 Optik.

Auch heute, drei Updates später (das erste Update war  nur vorbereitend für das zweite Update), fehlen noch zahlreiche Funktionen. Zwar bietet diese auch das Apple iPhone nicht, der Kunde scheint dort aber gewillter darüber hinwegzusehen. Das nächste Update liegt in weiter Ferne und die Bereitschaft der Nutzer so lange zu warten sinkt Tag für Tag. Bedenkt man, aus welchen Resourcen Microsoft schöpfen kann (perfekte Integration in Windows 7 und die Xbox, Kinect und vieles mehr), kann man sich einen solchen Fehlstart kaum vorstellen.

Ist Windows Phone 7 also tot? Nein. Windows Phone 7 wird in absehbarer Zeit weder Android noch iOS überholen. Aber auch ein langsamer Upload ist irgendwann erfolgreich abgeschlossen. Genauer betrachtet fehlen Windows Phone 7 zwar einige wichtige Funktionen, diese können jedoch nachgerüstet werden. Ansonsten läuft das mobile OS  flüssig und ohne Abstürze. Die verfügbaren Anwendungen sind erstklassig in Design und Funktionalität, die Updates werden zentral von Microsoft gepushed – auf jedes Windows Phone 7 Smartphone. Ein großer Vorteil gegenüber Android.  Die Kooperation zwischen Nokia und Microsoft birgt zusätzliches Potential.

Windows Phone 7 steckt noch in den Kinderschuhen. Bedenkt man die Anfänge von Android, bleibt noch Hoffnung für Microsoft und Windows Phone 7. Wichtig sind zwei Dinge: eine schnelle Auslieferung der versprochenen Updates und neue High-End-Smartphones. Der Rest kommt von allein.

Ich weiß nicht genau warum, aber in den letzten Tagen kam es wieder verstärkt zu Diskussionen rund um Google Android und iOS – vielleicht liegt es daran, dass gerade so viele neue Tablets mit Google Android 3.0 Honeycomb auf den Markt kommen. Im Gegensatz zu früher, versuche ich mich weniger in die ganze Diskussion einzumischen, die am Ende ohnehin zu nichts führt, da es genau das gleiche wie bei Mac OS X und Windows ist: es gibt zwei Lager und jeder hat die Weisheit und das beste OS für sich gebucht – wobei man ganz klar sagen muss, dass die schlimmsten Hater definitiv aus der Android-Sparte kommen.

Inzwischen bin ich jetzt schon über einen Monat ohne iPhone unterwegs und habe mich so richtig in Google Android eingelebt. Ihr wisst was ich meine: Root, CyanogenMod – der heiße Scheiß in einer Welt, die keine Updates kennt. Ich bin inzwischen zu der Überzeugung gekommen, dass Android eben das Linux unter den mobilen Betriebssystemen ist, sprich es ist offen, es gibt eben ein paar Anwendungen, die man von anderen Systemen kennt, ansonsten ist vieles einfach nur Behelf. Der Android Market wird dominiert von komplett sinnfreien Apps, unschön im Design, aber bei Android ganz wichtig: kostenlos.

Nein, ich will Android nicht schlecht reden, im Gegenteil, irgendwie macht mir Android gerade so richtig Spaß. Das liegt aber auch nur daran, dass ich mir die Zeit nehme und mich mit dem Thema Root und Custom Roms beschäftige. Auch in vielen anderen Bereichen ist Android keineswegs intuitiv und benutzerfreundlich, sondern nur Leuten zugänglich, die sich wirklich damit auseinandersetzen möchten. Wenn man sich diese Zeit nimmt, steckt viel Potential in Google Android und man profitiert auch davon. Wenn ich nun davon ausgehe, dass ich als „normaler“ Kunde ein Android-Smartphone kaufe, dann beginnt das Übel schon damit, dass im Android Market manche Apps „Root“ voraussetzen und ich noch nie etwas davon gehört habe – und ich es eigentlich auch gar nicht möchte. Updates möchte ich von meinem Hersteller und nicht irgendwelche Custom Roms aufspielen (an so etwas denkt der normale Käufer allerdings erst gar nicht, dieser ärgert sich nur darüber, dass kein Update kommt). Was ich aktuell von Leuten zu hören kriege, die ein Tablet mit Honeycomb erworben haben, erspare ich euch. Stichwort: Public-Beta.

Ja und beim iPhone und iPad? Es läuft einfach und ist intuitiv und benutzerfreundlich. Daran führt kein Weg vorbei und das kann auch kein Apple-Hater bestreiten. Es gibt bedeutend mehr gute Apps, die eben durch Design und Funktionen glänzen und nicht dadurch, dass sie kostenlos sind. Dafür muss man dann eben darauf verzichten, dass man Dateien via Bluetooth verschicken oder den Homescreen einrichten kann, wie man möchte.

Ich bleibe erstmal bei Google Android und hoffe, dass sich die Kostenloskultur im Android Market irgendwann endlich ändert und dadurch auch mehr gute Apps im Android Market zu finden sind. Das stört mich nämlich am meisten, der Mangel an guten Apps. Denn die bekommt man auch nicht durch rooten.

Nachdem ich, @caschy und @gillyberlin erst heute morgen wieder eine ausführliche Grundsatzdiskussion rund um das Thema Android vs. iOS geführt haben, liest sich eine Meldung wie die hier, wieder ganz anders. Warum? Nunja, an sich ist ja schon längere Zeit klar, dass das neue iPhone 4S (manche nennen es auch iPhone 5) im September auf den Markt kommen wird. Die Produktion wird dann wohl irgendwann im August beginnen, dass man der enormen Nachfrage, die schon jetzt, also vor der offiziellen Ankündigung, besteht, auch gerecht werden kann.

Genau das muss man sich nämlich erst mal klar machen: die kommende Generation des iPhone ist noch nicht einmal angekündigt und es gibt auch noch keine offiziellen Informationen zu den Features. Nichtsdestotrotz würde man wohl jetzt schon mehrere 100.000 Leute finden, die sicher wissen, dass sie das iPhone 4S / 5 kaufen werden. Gibt es das bei irgendeinem anderen Produkt? Nein. Das allein spricht ja schon für sich. Wenn man dann aber bedenkt, dass es jetzt, circa ein Jahr nach Markteinführung des iPhone 4, schon spektakulär ist, dass Apple die Produktion langsam zurückfährt, dann versteht man erst, was für ein Gerät Apple mit dem iPhone geschaffen hat. Ich meine hey, das weiße iPhone 4 hat sich in den paar Wochen wohl schon öfters verkauft als die meisten aktuellen Smartphones.

Das soll hier jetzt keine Lobrede auf Apple oder das iPhone sein und auch kein Schlechtmachen von Android oder anderen mobilen Betriebssystemen. Aber es ist schon sehr bezeichnend, dass selbst aktuelle Spitzensmartphones wie das Samsung GALAXY SII* sich zu allererst gegen das ein Jahr alte iPhone 4 behaupten müssen.

Quelle: tipb.com

Das war vielleicht ein Tag heute. Zunächst die Bekanntgabe des Verkaufsstarts des Apple iPad / iPad 3G in Deutschland, dann die falschen Preise des iPad und schließlich gegen 21 Uhr die offizielle Pressemitteilung von Apple Deutschland, die die Sache richtig stellte. Leider waren die meisten unter uns über die neuen Preise des iPad in Deutschland nicht wirklich erfreut, lag der Einstiegspreis nun doch nicht mehr bei wie zunächst vermutet 479 Euro sondern bei 514 Euro.

Da mir oft vorgeworfen wird, dass ich zu sehr auf der Seite von Apple stehe, möchte ich in diesem Kommentar versuchen, eine neutrale Position einzunehmen. Fangen wir also an: zunächst ist nun faktisch sicher, dass das billigste iPad in Deutschland 514 Euro kosten wird, das teuerste 814 Euro. Daran ändert keine Diskussion und keine Beschwerde der Welt mehr etwas. Interessant finde ich persönlich jedoch zu beobachten, wie unterschiedlich die Leute doch reagieren.

Da gibt es Menschen, die über Apple und den Preis des iPad schimpfen und zu Protokoll geben, dass ihre persönliche Obergrenze bei 300 Euro oder 400 Euro liegen würde. Hierzu kann ich leider nur sagen: ihr müsst wohl allgemein auf ein Tablet verzichten. Bedenkt man, dass allein schon ein iPod Touch mit 64 GB 369 Euro kostet, kann man einen Wunschpreis des iPad von unter 400 Euro einfach nur als an der Realität vorbei gezielt betrachten.

Bei Wunschpreisen zwischen 400 Euro und 500 Euro kommen wir der Realität schon viel näher. Ich finde, dass Apple die heute Mittag kursierenden Preise für das iPad hätte ansetzen sollen. Ein Einstiegspreis von 479 Euro für das iPad WiFi 16 GB wäre vollkommen legitim und der Sache angemessen gewesen. Die Angewohnheit mancher Menschen, mit den Preisen des iPad in den USA zu argumentieren läuft leider auch ins Leere. Hier wird allzu oft vergessen, dass ein Produkt einen gewissen Nettopreis hat, zu dem dann Einfuhrzölle, Steuern und weitere Gebühren hinzukommen. Halten wir also fest: 479 Euro für das iPad wäre subjektiv betrachtet kein Schnäppchen gewesen, jedoch objektiv betrachtet ein angemessener Preis. Dies hat auch die Reaktion zahlreicher meiner Follower bei Twitter gezeigt, wie beispielsweise von @gr4y der meinte, dass 479 Euro OK gewesen wären.

Nun hatte man sich in Deutschland bereits mit diesen Preisen angefreundet, als plötzlich die Schreckens- Pressemeldung von Apple kam: der Preis für das Einstiegsmodell des iPad liegt in Deutschland bei 514 Euro. In diesem Moment sind mir genau zwei Gedanken durch den Kopf gegangen: 1. warum wählt Apple einen so ungewöhnlichen Preis wie 514 Euro und 2. warum wählt Apple einen Einstiegspreis in Deutschland der über 500 Euro liegt.

Zu Punkt 2 hat @ol_sen genau das gesagt, was auch mein Kommentar dazu wäre: bei einem Preis von 514 Euro ist eine psychologische Grenze überschritten. Sehen wir es doch mal so: welche Rolle spielen bei einem Preis um die 500 Euro schon 30 Euro? Eigentlich keine, aber wenn anstatt einer 4 eine 5 vor dem Preis steht, dann schaltet das Gehirn auf Alarm. Und genau das ist passiert, denn während heute Mittag die Reaktionen auf die „alten“ Preise des iPad noch moderat waren, hieß es heute Abend durchweg: „Apple spinnt, kauf das iPad nicht“ etc.. Und diese Reaktion kam oft von Menschen, die das iPad kaufen wollten (und dies wohl dennoch tun werden), wie sieht es erst bei den Leuten aus, die die Geschichte nicht die ganze Zeit im Netz mitverfolgen und weniger technisch affin sind? Für 500 Euro gibts bereits Notebooks, warum also ein Tablet kaufen?

Aus diesem Grund bin ich der Meinung, dass Apple mit der Preispolitik in Sachen iPad einen Fehler begangen hat – auch wenn es nur wenige Euro sind, aber die entscheiden. Trotzdem denke ich, dass sich das iPad verkaufen wird. Warum? Nunja, mal ehrlich: jeder von euch, der sich vorgenommen hat ein iPad zu kaufen, wird es auch tun, egal ob für 479 Euro oder 514 Euro. Jeder der Apple und den Hype rund um das iPad nicht mag, fühlt sich nun dazu berufen sich über den Preis auszulassen – diese Gruppe von Menschen hätte das iPad aber auch für 400 Euro nicht gekauft. Dann gibt es noch die Leute die Apple Produkte wegen ihrem Trendfaktor kaufen, und das sind viele, glaubt mir. Wenn ich sehe, dass ein iPhone 3GS beim 3Gstore noch heute zwischen 600 Euro und 800 Euro kostet und tatsächlich noch gekauft wird, dann scheut auch keiner vor 500 Euro für das iPad zurück.

In diesem Sinne: das Apple iPad ist teuer, aber das waren iPod und iPhone auch – trotzdem zählen diese Geräte zu den erfolgreichsten überhaupt im jeweiligen Marktsegment. Die Marke Apple hat auf die Menschen eine gewisse Wirkung und die geht über Geld hinaus. Ob man dies nun gut heißt oder nicht, steht auf einem anderen Blatt.

Update: @baranek hat mich auf folgenden Ausschnitt aus der Zeit hingewiesen, der für einige von euch bestimmt ganz interessant ist:

In den USA kostet das selbe Modell 499 Dollar (392 Euro, ohne Mehrwertsteuer). Der Nettopreis ohne Mehrwertsteuer in Deutschland liegt bei 431 Euro – und damit 40 Euro über dem Preisniveau auf der anderen Seite des Atlantiks. In Deutschland steckt allerdings auch noch eine Urheberrechtsabgabe in Höhe von rund 15 Euro in dem Verkaufspreis.

Update 2: wie fscklog.com berichtet, hat auch Steve Jobs einen Kommentar zu den hohen iPad Preisen in Deutschland abgegeben: „Blame your government. Germany just added a new copyright levy for computers“