Oh mein Gott, jetzt ist es Zeit schreiend im Kreis zu laufen! Nach Antennagate kommt jetzt Locationgate. Apple ist mal wieder der Teufel in Person und keiner weis so recht, worum es überhaupt geht. Ich war heute im Auto unterwegs und hab von der Geschichte deshalb das erste Mal im Radio mitbekommen, nicht irgendwo, sondern in den Nachrichten.

Apple hat in solchen Belangen ein schweres Los. Denn während kein anderer Hersteller sogar in der Tagesschau erwähnt wird, wenn ein Produkt wie das iPad startet, liest und hört man von Apple tagelang in jeder Nachrichtensendung und jedem Magazin. Diese kostenlose Werbung verkehrt sich aber ins Gegenteil, sobald bei Apple etwas schief läuft. So war es bei den Empfangsproblemen des iPhone 4 (Antennagate) und so ist es jetzt wieder.

Was ist passiert? Nunja, iOS zeichnete wohl bislang ortsbasierte Daten mit, sprich es erstelle ein Bewegungsprofil des Benutzers – so heißt es zumindest in den Medien. Damit ist natürlich klar: Apple möchte die Weltherrschaft an sich reißen und kontrolliert deshalb schon jetzt vorsorglich mal die Standorte der Menschen. Pure Evil! In Deutschland hat dies nun die Datenschützer auf den Plan gerufen, die bereits ermitteln.

Man kann glauben was man will. Wer glaubt, dass Apple tatsächlich absichtlich Location Tracking betreibt, der soll das glauben. Für mich ist das nicht mehr als ein Bug, der so in jedem andern mobilen OS vorkommen könnte, dort aber keinen interessieren würde. Im Endeffekt wird Apple den Bug wohl mit iOS 4.3.3 beheben.

Für mich stellt sich sowieso die Frage, welchen Anreiz Apple haben sollte, das zu tun, immerhin nutzen doch inzwischen immer mehr Leute Facebook Places, Google Latitude, FourSquare oder was auch immer – freiwillig! Egal, hat man Apple zu Ostern eben mal wieder ein Ei gelegt.

Update: ein guter Artikel zum Thema findet ihr auch hier – die Alternative zum Bug, die aber ebenso unspektakulär ist ;) (via @kleinenbroicher)

Vor einigen Wochen habe ich im App Store gesehen, dass die Süddeutsche Zeitung eine eigene App in den App Store gebracht hat. Einige Zeit später habe ich bei Trigami ein Angebot erhalten, in dem es darum ging, genau diese App vorzustellen. Beim Durchlesen der Auftragsbeschreibung bin ich über einen Satz gestolpert, in dem darauf hingewiesen wird, dass man doch bitte ein möglichst positives Feedback im App Store hinterlassen sollte.

Ansonsten wurden die zahlreichen Vorteile und positiven Aspekte der App und der Süddeutschen im Allgemeinen aufgezählt. Es sollte auch jedem klar sein, dass wenn ein Unternehmen Blogger beauftragt ein Review zu verfassen, dieses nicht schon in der Auftragsbeschreibung irgendwelche negativen Aspekte erwähnt. Im Gegenteil, bei Trigami gilt, wie jeder weiß: die eigene Meinung zählt und die kann auch negativ sein.

Nun war mir aber klar, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis irgendein Blog daraus einen Skandal macht und siehe da, am heutigen Morgen war Twitter und mein FeedReader voll davon. Wenn man bedenkt, dass das positive Feedback im App Store nur einen kleinen Teil der Kampagne ausmacht und durch die Kampagne höchstens 30 oder 40 Bewertungen zu Stande gekommen wären, dann erscheint es auf Grund der mehreren Hundert bereits abgegebenen Bewertungen fast schon als Farce, wenn Blogs titeln „Süddeutsche erkauft sich positives Feedback im App Store“.

Ich weiß, dass viele mir nicht zustimmen werden, aber ich bleibe dabei: die Süddeutsche hat nichts anderes gemacht, wie zahlreiche andere Unternehmen zuvor, nur dass bei der Süddeutschen als renommierte Zeitung nun gleich künstlich Aufregung und Hysterie geschürt wird.