Viele von denen, die mich immer für meine Favorisierung von Apple, Mac und iOS anprangern, wussten noch nicht einmal wirklich was Google Android ist, als ich schon eines der ersten Smartphones mit Android hier testen konnte. Und ob man es glaubt oder nicht, bereits damals war ich davon überzeugt, dass Android ein enormes Potential besitzt und ein sehr gutes mobile OS ist. Im Laufe der Zeit wurde mir dies vor allem auf Geräten wie dem Motorola Milestone, HTC Desire und HTC Legend regelmäßig vor Augen geführt. Nun würde ich derzeit dennoch mein iPhone 4 nie gegen ein Android Smartphone eintauschen wollen. Hierfür gibt es mehrere Gründe, einen davon will ich im Folgenden kurz unter dem Titel “Google Android und die dreifache Dependenz bei Updates” diskutieren.
Das Thema Software-Update ist bei Google Android wirklich eine – zumindest für mich – extrem nervige Angelegenheit. Warum? Nun, schauen wir mal beim Kollegen @de_fi von Smartdroid.de rein:
Nein, dabei handelt es sich um keinen Scherz, sondern um das wirkliche Leben eines Besitzers eines Google Android Smartphones. Die Ursache für dieses Chaos ist die Distribution von Google Android zum jeweiligen Smartphone. Ähnlich wie Windows (natürlich im Bereich PC) muss Google Android auf höchst unterschiedlichen Smartphones verschiedener Hersteller funktionieren und dafür eigens von diesen angepasst werden. Daraus ergibt sich, dass zunächst Google ein Update, momentan auf Google Android 2.2 Froyo, freigeben muss (Schritt 1 – hier wäre bei iOS dann schon der Punkt erreicht, wo jedes iPhone, iPad, etc. das Update erhält und installieren kann). Im zweiten Schritt muss sich dann ein Hersteller wie HTC oder Motorola überlegen, ob es überhaupt noch ein Update für das jeweilige Smartphone (Hero oder Milestone) geben soll und Google Android dann entsprechend anpassen. In einem dritten Schritt muss dann zum Teil das Update noch vom jeweiligen Provider freigegeben werden, der zuvor in der Regel aber auch noch einiges verändern will/muss.
So gibt es heute Menschen die erst kürzlich ein Smartphone mit Google Android 1.6 gekauft haben und wohl nie ein Update dafür zu Gesicht bekommen werden. Andere sitzen täglich vorm PC und hoffen, dass irgendwo eine Meldung erscheint, wann und ob ein Update in Sicht ist. Beispielhaft ist etwa das HTC Hero, welches erst kürzlich (und damit mehrere Monate nach Erscheinen) das Update auf Android 2.1 erhalten hat, allerdings gleich mit der Anmerkung, dass danach Schluss mit Updates ist.
Für technisch affine Menschen, die ohnehin alle sechs Monate ein neues Smartphone kaufen, stellt dies kein Problem dar – vor allem da diese in der Regel auch Zeit und Nerven haben, sich mit inoffiziellen Updates für das jeweilige Gerät auseinanderzusetzen. Wer aber ein Smartphone mit einem Vertrag über zwei Jahre gekauft hat und jetzt bei Android 1.6 festsitzt, wird nicht wirklich darüber erfreut sein. Das Schlimme ist ja, dass selbst die Android Smartphones mit Preisen um die 500 Euro nicht einmal die Sicherheit bieten, dass man die nächste Version von Android noch erleben darf.
An dieser Tatsache sollte sich in meinen Augen definitiv etwas ändern. Wenn zwischen Vorstellung einer neuen Version und dem Update ein Monat liegt, stellt dies auch kein Problem dar. Aber hätte ich Anfang des Jahres ein Motorola Milestone für 500 Euro gekauft und müsste nun auf Android 2.2 bis November warten, würde ich mich doch irgendwie verarscht fühlen.
Und nochmal: Android ist ein super OS, aber einige Dinge müssen sich wirklich noch verändern.