Jan 3, 2010

Gepostet in Apple, Handys & Smartphones, Software | 2 Kommentare

Ortsbasierte Dienste auf dem Handy – zwischen Social Networking und dem gläsernen Bürger

Nachdem gestern ein Patent von Apple aufgetaucht ist, welches unter anderem einen Google Latitude-ähnlichen Service für SMS enthält, habe ich mir mal ein paar Gedanken zum Thema ortsbasierte Dienste auf dem Handy gemacht. Inzwischen unterstützen die meisten Twitter-Clients das so genannte Geo-Tagging Feature von Twitter, bei dem jedes Tweet mit der exakten Position des Absenders versehen wird (werden kann). Der Dienst Gowalla, mit dem man sich in einer Art Spiel an diversen Orten “eincheckt” und so seine aktuelle Position an Freunde und Bekannte übermittelt, erfreut sich ebenfalls zunehmender Beliebtheit. Google Latitude selbst hat gerade in den USA bereits eine enorme Anhängerschaft.

Auf der anderen Seite höre ich immer häufiger Proteste auf Grund von mangelndem Datenschutz, der Staat würde einen gläsernen Bürger schaffen, der keine Privatsphäre mehr hat und ihn überwachen. Wie geht das aber zusammen? Auf der einen Seite regt es uns auf, dass an öffentlichen Plätzen Kameras angebracht werden oder gewisse persönliche Daten gespeichert werden, während wir andererseits freiwillig jeden Schritt und Aufenthaltsort von uns öffentlich zugänglich machen, idealerweise noch mit Bildern und einem kurzen Tweet was wir dort machen.

Mir ist natürlich bewusst, dass es einen Unterschied macht, ob wir vom Staat unfreiwillig überwacht werden, oder freiwillig persönliche Dinge von uns preisgeben, aber dennoch würde mich mal euere Meinung zu diesem Trend interessieren. Nutzt ihr ortsbasierte Dienste, wozu nutzt ihr sie, habt ihr Angst davor “gläsern” zu werden oder nicht? Ich bin auf euere Meinungen gespannt!

Nutzt ihr ortsbasierte Dienste wie Google Latitude, Gowalla. etc.?

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  1. Ich gaube, die Möglichkeit es selbst zu entscheiden, wann und worüber man was schreibt ist der wichtige Punkt. Informatielle Selbstbestimmung :) Solange man diese Möglichkeit hat, kann man es ja handhaben wie man möchte. Und so kann man natürlich trotzdem gegen diese ganzen Überwachungsmaßnahmen sein. Das eine schließt das andere ja nicht aus.

    Trotzdem wird es immer wichtiger den Umgang mit diesen Medien zu lernen und zu auch zu vermitteln. Die Jugendlichen heute kennen es im Allgemeinen ja nicht anders und empfinden es als normal, in gewissen Rahmen überwacht zu werden. Das ist erschreckend. Man sollte darüber nachdenken, es an Schulen zu vermitteln. Nicht jeder ist so netzaffin und versteht jeden neuen Dienst auf anhieb und macht nur mit, weil es die Freunde auch tun (die u.U. aber wissen, wie man damit umgehen muss).

    Beste Grüße
    Lasse

    P.S.: Hier fehlt sowas wie Subscribe to Comments… Das macht die Sache für Kommentatoren einfacher ;) Sonst verliert man schnell den Überblick…

  2. Ich stimme dir und meinem Vorredner zu. Der Unterschied ist eben, dass man selbst entscheidet wann und ob jemand sieht, wo ich mich gerade befinde. Möchte ich das nicht, so genügt in Tweetie 1 Fingerzeig und schon weiß niemand mehr wo ich gerade an der Bushaltestelle stehe.

    Ich denke, genau wie du, dass sich das beides vereinen lässt. Man macht sich “gläsern” wann immer man das möchte und kann trotzdem gegen eine umfängliche Überwachung an jedem Ort zu jeder Zeit sein.

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