Samsung Galaxy S3: Das neue Flaggschiff von Samsung im Test

September 5th, 2012 | Posted by Ferris in Hardware | Testberichte
  

Das Samsung Galaxy S3 hat schon vor seiner Vorstellung für brodelnde Gerüchteküchen gesorgt. Mittlerweile ist es verfügbar und auch mein Exemplar ist angekommen.  In diesem Artikel möchte ich euch meinen Eindruck schildern. Wenn danach noch Fragen offen sind, könnt ihr diese gerne in den Kommentaren stellen!

Zum Anfang die technischen Daten:

  • 12,19 cm (4,8 Zoll) mit einer Auflösung von 1280 x 720
  • 8-Megapixel-Kamera mit LED-Blitz
  • 1,4-GHz-Quad-Core-CPU
  • 1 GB Arbeitsspeicher
  • Android 4.0 Ice Cream Sandwich
  • WiFi
  • NFC
  • Bluetooth 4.0
  • Maße: 136, 6 x 70,6 x 8,6 mm
  • MicroSD-Karten-Slot

Gerät & Verarbeitung:

Das S3 wirkt nicht nur sehr groß, es ist es auch. Dies war für mich anfangs etwas gewöhnungsbedürftig. Nach 2 Tagen hat man sich daran aber gewöhnt und lernt die Vorteile kennen, die so ein großes Gerät mit sich bringt. Es wurde oft bemängelt, dass das Gehäuse billig wirkt und nicht dem Preis entsprechend ist. Das finde ich ganz und gar nicht. Hätte man beim Gehäuse auf ein anderes Material gesetzt, wäre das Smartphone sicherlich weitaus schwerer geworden. Zudem wäre es wahrscheinlich auch dicker. Somit kann ich es durchaus nachvollziehen, dass es aus Polykarbonat ist. Dies war meiner Meinung nach die richtige Entscheidung. An meinem Gerät kann ich keine Spaltmaße o.ä. entdecken. Das Gerät ist wirklich sehr gut verarbeitet. Leider ist das Polykarbonat aber auch sehr anfällig für Kratzer..

Display:

Das Display ist mit 4,8“ sehr groß. Aufgrund dieser Größe, ist auch das Gerät an sich ziemlich groß. Allerdings habe ich mich relativ schnell daran gewöhnt und das große Display zu schätzen gelernt. Das Display ist ein AMOLED-Display, das mit 1280 x 720 Pixeln auflöst. Ich konnte im Alltag keine Pixel erkennen und die Schrift wirkt einfach nur scharf, dies macht das Lesen auf dem Display sehr angenehm. Des Weiteren sind auch die Farben beim Display des Samsung Galaxy S3 einfach nur top. Der Blickwinkel ist, wie gewohnt sehr gut. Das Display ist perfekt ausgeleuchtet und es gibt keine Lichthöfe. Beim Display hat Samsung die richtige Entscheidung getroffen.

Kamera:

Ich nutze mein Smartphone sehr oft auch einfach um mal eben schnell ein Foto zu machen. Ich denke, dass es hier vielen ähnlich geht. Deswegen ist die Kamera eines Smartphones für mich mittlerweile relativ wichtig geworden. Die Kamera im Galaxy ist nach circa zwei Sekunden (Nach starten der App) einsatzbereit und hat bereits fokussiert. Dies ist wirklich gut und so ist die Chance relativ hoch, dass man im richtigen Moment schnell genug ist. Die Kamera macht wirklich gute Fotos, sie sind scharf, nicht verwaschen und die Farben wirken satt und ansprechend. Auch bei etwas schlechteren Lichtverhältnissen, macht die Kamera des S3 eine gute Figur.

Auch das UI der Kamera-App gefällt mir. Es wirkt aufgeräumt und übersichtlich. Links habt ihr eine kleine Leiste mit Shortcuts zu Funktionen, die ihr oft benutzt (diese könnt ihr auch austauschen). Rechts könnt ihr zwischen Video- und Fotoaufnahmen wechseln und direkt darunter befindet sich der Auslöser. Unter dem Auslöser ist ein Shortcut, mit dem ihr direkt in die Galerie kommt. Einige Testbilder findet ihr etwas weiter unten.

Auch die Video-Funktion weiß zu überzeigen, hier nimmt das S3 mit Full HD-Auflösung auf. Auch hier ist die Qualität sehr ansprechend, dennoch kann man es nicht mit einem Camcorder vergleichen, aber darum geht es ja auch gar nicht. Für den schnellen Schnappschuss reicht sie allemal. Die Frontkamera ist für Videotelefonie durchaus ausreichend. Sie ruckelt nicht und die Bilder sehen ordentlich aus. Aber es sollte klar sein, dass man damit keinen Blumentopf gewinnt…

Touchwizz:

Touchwizz ist immer so eine Sache, einige lieben es, andere hassen es. Ich mochte es noch nie wirklich. Ich habe immer einen alternativen Launcher installiert. Mittlerweile muss ich aber sagen, dass Touchwizz verbessert wurde. Es wird zwar nach wie vor nicht mein Lieblings-Launcher werden, allerdings ruckelt es nicht mehr und läuft sehr flüssig. Zudem ist man etwas mehr zu Android 4.x zurückgekehrt. Diese Entwicklung gefällt mir sehr. Dennoch gibt es noch einiges, was mir nicht wirklich gut gefällt. Zum Beispiel, kann man auf dem Homescreen keine Ordner erstellen, indem man einfach ein Icon auf ein anderes zieht. Hierzu muss man erst über ein Menü gehen – umständlich. Was vielleicht noch etwas verwirrend ist,  ist wenn man das S3 einrichtet usw., dass die Symbole unten im „Dock“ nicht den Symbolen entsprechen, die man auf dem Sperrbildschirm unten hat. Diese Apps auf dem Sperrbildschirm kann man unter Einstellungen -> Sicherheit -> Optionen zum Sperren des Bildschirms -> Schnellzugriff ändern. Etwas versteckt, wie ich finde.

Als Launcher bevorzuge ich den Apex Launcher, vielleicht sagt er ja dem ein oder anderen auch zu. Er bietet viele Möglichkeiten und sieht mit dem ICS Theme aus, als wäre ein Stock ICS installiert.

Telefonie:

Das Telefonieren ist für mich persönlich mittlerweile gar nicht mehr so wichtig. Ich telefoniere sehr wenig. Das meiste erledige ich über andere Kommunikationswege. Dennoch eignet sich das S3 auch bestens zum Telefonieren. Die Sprachqualität ist gut, vergleichbar mit einem iPhone und auch zum Thema Empfang muss ich sagen, dass ich hier nie irgendwelche Probleme hatte. Zudem ist der SAR-Wert des Galaxy S3 mit 0,34 W/Kg sehr gering. Das iPhone hat einen Wert von 1,11 W/Kg.

„Der SAR-Wert eines Smartphones gibt an, wie stark das Gerät dazu in der Lage ist, Köpfe zu erhitzen. Nun gut, um ganz genauso zu sein: Wie viel elektromagnetische Strahlung das Gerät absorbiert und dann als Wärme an den menschlichen Körper abgibt.“

Quelle: Androidnext

Leider ist die Kontaktverwaltung nach wie vor nicht so der Brüller. Das geht besser. Irgendwie herrscht permanent eine Unordnung, auch wenn man über die Suchfunktion immer alles findet und auch schnell ans Ziel kommt.

Ich hätte mir eine LTE-Version gewünscht, die auch nach Deutschland kommt. Einfach um auch für die nächste Zeit zukunftssicher zu sein. Allerdings glaube ich auch, dass es mit LTE noch mindestens ein bis zwei Jahre dauern wird, bis es sich überhaupt lohnt und die Preise angemessen sind.

Akku:

Das mit dem Akku ist immer so eine Sache, einer kommt zwei Tage aus, der andere nicht einmal einen Tag. Ich bin doch relativ positiv vom S3 überrascht, denn ich habe am Abend meist noch was um die 30%. Somit komme ich gut durch den Tag und habe noch Reserven. Allerdings benutze ich das S3 auch permanent im Energiesparmodus, den man von Werk aus in der Statusleiste findet.

Und wenn ihr dauerhaft das Gefühl habt, dass der Akku zu klein ist, könnt ihr entweder einen zweiten Kaufen, denn der Akku lässt sich auswechseln oder ihr schaut mal bei Mugen vorbei, die bieten einen Akku an, der 10% größer ist, als der Standard-Akku. Alternativ wird es demnächst auch noch einen Akku geben, der mehr als doppelt so groß ist, dieser erfordert dann aber auch eine andere Akkuabdeckung.

Konnektivität:

Bei einem High-End-Smartphone ist es auch immer wichtig, dass man sich mit allen möglichen Geräten in der Umgebung verbinden und mit diesen interagieren kann. Genau aus diesem Grund, findet man so ziemlich jede aktuelle Verbindungs-Technologie im S3.

Fangen wir mit den kabellosen Technologien an:

  • WiFi
  • Wifi Direct
  • Bluetooth 4.0
  • AllShare
  • NFC
  • GPS

Der Wlan-Empfang ist durchweg gut und auch die Übertragungsraten können sich sehen lassen. Bluetooth 4.0 konnte ich leider noch nicht testen, da ich kein Gerät da hatte, das diese neue Technologie unterstützt. NFC funktionierte mit anderen NFC Geräten super – Ich hoffe, dass sich diese Technologie endlich in Deutschland durchsetzen kann. Auch der GPS-Empfang funktionierte sehr gut im Zusammenspiel mit der Navigation auf dem S3.

Intern lässt sich der Speicher zusätzlich mit einer MicroSD-Karte erweitern, laut Samsung werden Karten mit einer Kapazität von bis zu 64 GB unterstützt. Somit kommt man auf einen maximalen Speicher, wenn man das S3 mit 64 GB kauft (noch nicht erhältlich) von 128 GB. Dies sollte selbst für eine große Musiksammlung ausreichend sein. Ich finde es immer wieder erschreckend, wie schnell die Entwicklung geht. Eine MicroSD mit 64 GB und das für etwas mehr als 60€.

Vorinstallierte Software und Alternativen:

Samsung hat viele, interessante Erweiterungen bereits in das System integriert. Diese findet man unter Einstellungen –> Bewegung. Zum Beispiel den intelligenten Schlafmodus, dieser verhindert, dass sich das Display des S3 ausschaltet, wenn Ihr den Bildschirm betrachtet. Über die Frontkamera wird, wenn der Bildschirm deaktiviert werden soll „geschaut“, ob Ihr das Display gerade betrachtet, ist dies der Fall, wird das Display nicht ausgeschaltet. Finde ich eine sehr praktische Erweiterung, wenn man etwas liest etc., lässt sich bei Einstellungen -> Anzeige -> Intelligenter Schlafmodus einschalten.

Im Bewegung-Menü könnt ihr auch einstellen, wie ihr Screenshots machen wollt, entweder, Ein-/Ausschalter + Homebutton oder indem ihr einfach mit der Handkante über das Display wischt. Sehr cool finde ich auch, dass man einfach zweimal oben auf das S3 tippen kann und dann kommt man direkt wieder zum Anfang einer Liste. Dies funktioniert z.B.: wunderbar in der Kontakte App. Des Weiteren gibt es auch noch SmartStay, dann vibriert das S3, wenn ihr einen neuen Anruf o.ä. habt, sobald ihr es in die Hand nehmt. Auch diese Erweiterung ist ganz nett, auch obwohl eine Spielerei ist.

Des Weiteren hat Samsung auch zwei sehr praktische Widgets eingebaut. Zum einen Negative Farben und Assistenz Licht. Durch Negative Farben, werden alle Farben invertiert, dies ist besonders bei starkem Sonnenlicht hilfreich und Assistenz Licht schaltet den Blitz dauerhaft ein, damit man ihn als Taschenlampe benutzen kann. Ich verstehe zwar nicht, warum Samsung die Widgets so groß gemacht hat aber sie sind sehr hilfreich.

Auf dem S3 findet ihr noch die App „Weitere Dienste“ vorinstalliert, mit dieser könnt ihr weiter Apps und/oder Funktionen nachinstallieren, die auf eurem S3 noch nicht vorhanden sind. Darunter befindet sich auch Flipboard, Barometer App und KiesCast (eine Podacst-App). Ein Blick in diese Liste lohnt sich auf jeden Fall.

Kommen wir nun zu den wirklich eigenständigen Apps, die Samsung dem S3 spendiert hat, ich werde hier nur auf die eingehen, die ich selber wirklich getestet habe bzw. konnte:

S Voice:

S Voice ist sozusagen, das Siri von Samsung. Es macht ziemlich genau das Gleiche. Man kann Anrufe tätigen, SMS diktieren, Notizen erstellen und Termine eintragen. Zudem lassen sich auch Apps öffnen. Meine Aussagen wurden so gut wie immer erkannt und danach dann auch passend ausgeführt. Die Genauigkeit der Erkennung kann man in etwa mit der des iPhone 4S vergleichen. Trotzdem empfinde ich Sprachsteuerungen nach wie vor als Spielerei…

AllShare:

Unter AllShare fällt alles, was mit Streaming von Inhalten im eigenen Haushalt zu tun hat. Zum Beispiel so etwas wie DLNA usw., also Dienste, die es ermöglichen Inhalte auf das eigene TV-Gerät zu streamen. Es ist auf jeden Fall sinnvoll AllShare einmal einzurichten, damit man es hat, falls man es braucht. Für mich ist es allerdings nicht wirklich interessant. Allerdings ist es eine schöne, praktikable Lösung, bei der man alles aus einer Hand bekommt.

Videoplayer:

Der Videoplayer gefällt mir sehr gut, er läuft flott und sieht gut aus. Zudem kann er jedes Video als Popup über anderen Apps abspielen, das heißt, dass ich schnell bei WhatsApp antworten kann und das Video in einem kleinen Fenster weiterläuft. Finde ich ganz praktisch.


Folgende Dateiformate werden unterstützt:

 

Browser:

Der Browser läuft flüssig und rendert ausreichend schnell nach. Auch das Design finde ich ansprechend. Allerdings bevorzuge ich weiterhin Chrome, da er einfach noch schneller läuft und sich super mit meinem Chrome am PC synchronisiert. Beide Browser sind gut, laufen schnell und stabil, hier liegt es wirklich daran, welchen man persönlich bevorzugt. Beim Standard-Browser hat man die Möglichkeit, die Helligkeit nur für den Browser zu steuern, so wird das Display heller oder dunkler, wenn man den Browser startet, dies ist, wie ich finde, ein Pluspunkt.

MP3-Player:

Auch der MP3-Player von Samsung konnte mich überzeugen, das Design ist schlicht aber funktional. Ich hatte bis jetzt noch keine Probleme mit der App. Sie erkennt meine auf dem Smartphone abgelegten Wiedergabelisten, zeigt alle Cover an und bietet einen kleinen Equalizer, der sich hinter „SoundAlive“ versteckt. Hier fehlt mir ein bisschen eine Möglichkeit, die App auch auf dem Sperrbildschirm steuern zu können. Braucht man dies unbedingt, muss man einen alternativen Player verwenden.

S Memo:

S Memo ist im Wesentlichen eine aufgebohrte Notizen-App. Hier kann man zeichnen, was mit dem Finger eher so naja  ist und man kann natürlich auch schriftlich Notizen über die Tastatur eingeben. Ich finde, dass sie ganz gut umgesetzt ist. Später soll es auch noch den „C Pen“ geben, der eine etwas dünnere Spitze hat, damit soll man dann auch besser zeichnen können, als es mit dem Finger geht.

Kalender:

Der Kalender nennt sich „S Planner“, mir ist er etwas zu unübersichtlich. Hier hätte man sich etwas mehr Mühe geben können. Dennoch ist er funktional. Man erkennt, was als nächstes anliegt und man kann auch ohne Probleme neue Einträge hinzufügen. Man kann es sich wahlweise in Jahres-, Monats- oder Tagesansicht anzeigen lassen – Standard.

Benachrichtigungsleiste:

Im Benachrichtigungsbereich findet sich oben eine Schnellsteuerung für viele Optionen im S3, so lässt sich das Wlan Ein-/Ausschalten, der Energiespar-Modus aktivieren oder die Benachrichtigungen deaktivieren. Darunter findet man den aktuellen Provider und das Datum. Darunter kommen die Benachrichtigungen. Ich finde besonders die Möglichkeit, schnell Dienste Ein- und Auszuschalten sehr praktisch.

Dateimanager und Bloatware:

Bloatware, etwas nerviges, was wir bereits von PCs kennen, hier eine Testversion, da eine hilfreiche Software. Mittlerweile scheint es auch Einzug in Smartphones zu halten. Folgende Apps sind noch vorinstalliert: Bild, myTaxi, kaufDa und n-tv. Ich finde, das muss nicht sein. Aber o.k., der Dateimanager ist ganz praktisch. Aber die anderen Apps hätte man sich sparen können.

Fazit:

Das Samsung Galaxy S3 hat definitiv den Namen High-End-Smartphone verdient. Die Hardware ist wirklich super und harmoniert mit der Software. Zudem ist man mit Touchwizz wieder etwas näher an Android herangegangen. Dies gefällt mir. Das Display ist grandios. Die Kamera kann sich sehen lassen und auch die Verarbeitung ist super. Rundum ein gutes Smartphone.  Das Design mag nicht jedem gefallen aber über Geschmack lässt sich streiten. Mich stört ein bisschen die ganze vorinstallierte Software aber ok, man kann sie deinstallieren oder ausblenden, daran soll es nicht scheitern. Der Akku hätte größer sein können, aber das ist immer und bei jedem Gerät so. Für mich ist das S3 ein sehr guter Nachfolger des Galaxy S2!

P.S.: Das S3 hat bei mir mein iPhone 4S ersetzt…

 

Vielen Dank an Getgoods.de, die uns das S3 für den Test zur Verfügung gestellt haben! 

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