Unterwegs mit dem Samsung Galaxy Nexus – ein Erfahrungsbericht

März 25th, 2012 | Posted by Frank Feil in Android | Smartphones
  

Bereits im Januar habe ich angekündigt, dass ich das Samsung Galaxy Nexus für eine längere Zeit testen werde – vor allem dessen Alltagstauglichkeit. Einen Monat hat mich das Android-Smartphone nun zusammen mit dem iPhone 4S durch London begleitet. Heute nun der abschließende Erfahrungsbericht.

Bevor es losgeht ein Dankeschön an das Team von getgoods.de für das Samsung Galaxy Nexus, das mir diesen Praxistest überhaupt erst ermöglicht hat. Wie ihr bereits dem Teaser entnehmen könnt, soll es hier heute nicht um darum gehen, jedes technische Feature bis ins kleinste Detail hinein zu beleuchten, denn dazu finden sich schon tausendfach Berichte im Netz. Mir geht es vielmehr darum, auf den praktischen Nutzen eines Android-Smartphones mit 4,65 Zoll Display einzugehen, denn genau darauf beziehen sich sehr viele Fragen, die mir in den vergangenen Wochen gestellt wurden.

Das Äußere des Samsung Galaxy Nexus erscheint auf den ersten Blick recht schlicht und die Tatsache, dass die sonst physischen Android-typischen Tasten erst beim Einschalten als virtuelle Tasten erscheinen, lässt die Oberfläche optisch zu einer Einheit verschmelzen. Mit was ich mich absolut gar nicht anfreunden kann – und das gilt gleichermaßen für andere Modelle der Galaxy-Reihe – ist die Akkuabdeckung. Diese sieht zwar gut aus, ist aber schlichtweg unpraktisch beim Öffnen und Schließen. Gerade wenn man ab und an die SIM-Karte wechselt, treibt einem der Mechanismus zur Verzweiflung.

Wenden wir uns nun der Akkulaufzeit zu, die gerade bei High-End-Smartphones eine wichtige Rolle spielt. Ich bin der Meinung, dass Samsung hier gute Arbeit geleistet hat. Das heißt für mich: man kommt mit einer Akkuladung, aktiviertem WiFi, 3G und 60 % Displayhelligkeit gerade so durch den Tag. Man darf sich hier keinen Illusionen hingeben und genau das passiert so oft, wenn Leute auf mich zukommen und nostalgisch über ihr Nokia 3330 sprechen, das doch fast eine Woche mit einer Akkuladung ausgekommen ist. Beim Samsung Galaxy Nexus findet sich ein Super AMOLED-Display mit 4,65 Zoll und ein 1,2-GHz Dual-Core-Prozessor. All das will erst einmal mit Energie versorgt werden. Dabei muss man ganz klar sagen: der größte Akkukiller ist das Display. Wer hier auf volle Helligkeit setzt und dann auch noch einen Film schaut oder längere Zeit das Internet unsicher macht, der wird sich bereits nach einem halben Tag mit Rauchzeichen oder Brieftauben verständigen müssen. Hier gilt es Kompromisse zu finden. Das gilt übrigens für jedes Smartphone, egal welcher Couleur. Von der Vorstellung, mit einer Akkuladung mehrere Tage auszukommen, muss man sich verabschieden – oder das Smartphone daheim liegen lassen.

Nun der wichtigste Punkt: die Größe. 67,94 x 135,5 x 8,94 mm – das sind die offiziellen Maße des Samsung Galaxy Nexus. Auch während meiner Zeit in London wurde ich ab und an mit der Frage konfrontiert, ob 4,65 Zoll denn nicht zu groß und im Alltag eher unpraktisch sind – gerade wenn mein iPhone 4S neben dem Nexus lag. Auf diese Frage gibt es keine pauschale Antwort. Das großzügige Display hat ohne Frage seine Vorteile, gerade wenn man mit dem Smartphone arbeitet, E-Mails schreibt und viel im Internet unterwegs ist. Der Nachteil der sich daraus ergibt, nämlich die vergleichsweise riesigen Maße des Smartphones, stellt für viele vielleicht gar keinen Nachteil dar. Mir persönlich ist das Galaxy Nexus zu groß, denn gerade in der Hosentasche stört es teilweise schon sehr, aber das ist rein subjektiv. Ich gebe euch an dieser Stellung die Empfehlung, die ich den Leuten sonst auch gebe: schaut euch das Gerät im Laden an, probiert es aus und macht euch selbst ein Bild. Man sollte nie ein Smartphone kaufen, das man zuvor nur auf Bildern gesehen hat. Und vor allem: was macht ihr mit eurem Smartphone? Für SMS und Facebook bedarf es keinen 4,65 Zoll.

Abschließend noch ein paar Worte zu Google Android. Im Gegensatz zu den meisten anderen Android-Smartphones kommt das Samsung Galaxy Nexus stets mit der neuesten Version von Google Android daher, in diesem Fall Ice Cream Sandwich. Genau das ist auch der Grund, warum ich jedem, der über den Kauf eines Android-Smartphones nachdenkt, das Galaxy Nexus uneingeschränkt empfehlen kann. Die Zugehörigkeit zur Nexus-Reihe stellt sicher, dass zumindest in den kommenden 1,5 Jahren die jeweiligen Updates zeitnah auf eurem Smartphone eintreffen sollten. Diesen Luxus gibt es sonst nirgends. Die Hersteller und Google überschlagen sich zwar mit Versprechen, dass Updates künftig wesentlich schneller und zuverlässiger bereit gestellt werden sollen, geändert hat sich allerdings nichts. Im Gegenteil. Wer im Oktober 2011 ein Android-Smartphone gekauft hat, muss bei einigen Herstellern bis August 2012 warten um Ice Cream Sandwich zu bekommen. In meinen Augen niemandem zumutbar. Und ja, mir ist bewusst, dass es auch andere Wege gibt, um an ein Update zukommen, aber die meisten Nutzer möchten ihr Android-Smartphone nicht rooten und einen Garantieverlust in Kauf nehmen.

Damit bin ich auch schon am Ende angelangt. Bei GetGoods.de gibt es das Samsung Galaxy Nexus derzeit für 499 Euro, ein angemessener Preis, für ein gelungenes Smartphone. Wer Spaß an Google Android hat und Wert auf ein großes und erstklassiges Display legt, der wird das Galaxy Nexus lieben.

Anmerkung: die schwarze Version gibt es bereit fürs 418 Euro! Danke an die Kommentatoren für den Hinweis!

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