Aug 22, 2010

Gepostet von in Android, Smartphones | 12 Kommentare

Google Android und die dreifache Dependenz bei Updates

Viele von denen, die mich immer für meine Favorisierung von Apple, Mac und iOS anprangern, wussten noch nicht einmal wirklich was Google Android ist, als ich schon eines der ersten Smartphones mit Android hier testen konnte. Und ob man es glaubt oder nicht, bereits damals war ich davon überzeugt, dass Android ein enormes Potential besitzt und ein sehr gutes mobile OS ist. Im Laufe der Zeit wurde mir dies vor allem auf Geräten wie dem Motorola Milestone, HTC Desire und HTC Legend regelmäßig vor Augen geführt. Nun würde ich derzeit dennoch mein iPhone 4 nie gegen ein Android Smartphone eintauschen wollen. Hierfür gibt es mehrere Gründe, einen davon will ich im Folgenden kurz unter dem Titel Google Android und die dreifache Dependenz bei Updates” diskutieren.

Das Thema Software-Update ist bei Google Android wirklich eine – zumindest für mich – extrem nervige Angelegenheit. Warum? Nun, schauen wir mal beim Kollegen @de_fi von Smartdroid.de rein:

Nein, dabei handelt es sich um keinen Scherz, sondern um das wirkliche Leben eines Besitzers eines Google Android Smartphones. Die Ursache für dieses Chaos ist die Distribution von Google Android zum jeweiligen Smartphone. Ähnlich wie Windows (natürlich im Bereich PC) muss Google Android auf höchst unterschiedlichen Smartphones verschiedener Hersteller funktionieren und dafür eigens von diesen angepasst werden. Daraus ergibt sich, dass zunächst Google ein Update, momentan auf Google Android 2.2 Froyo, freigeben muss (Schritt 1 – hier wäre bei iOS dann schon der Punkt erreicht, wo jedes iPhone, iPad, etc. das Update erhält und installieren kann). Im zweiten Schritt muss sich dann ein Hersteller wie HTC oder Motorola überlegen, ob es überhaupt noch ein Update für das jeweilige Smartphone (Hero oder Milestone) geben soll und Google Android dann entsprechend anpassen. In einem dritten Schritt muss dann zum Teil das Update noch vom jeweiligen Provider freigegeben werden, der zuvor in der Regel aber auch noch einiges verändern will/muss.

So gibt es heute Menschen die erst kürzlich ein Smartphone mit Google Android 1.6 gekauft haben und wohl nie ein Update dafür zu Gesicht bekommen werden. Andere sitzen täglich vorm PC und hoffen, dass irgendwo eine Meldung erscheint, wann und ob ein Update in Sicht ist. Beispielhaft ist etwa das HTC Hero, welches erst kürzlich (und damit mehrere Monate nach Erscheinen) das Update auf Android 2.1 erhalten hat, allerdings gleich mit der Anmerkung, dass danach Schluss mit Updates ist.

Für technisch affine Menschen, die ohnehin alle sechs Monate ein neues Smartphone kaufen, stellt dies kein Problem dar – vor allem da diese in der Regel auch Zeit und Nerven haben, sich mit inoffiziellen Updates für das jeweilige Gerät auseinanderzusetzen. Wer aber ein Smartphone mit einem Vertrag über zwei Jahre gekauft hat und jetzt bei Android 1.6 festsitzt, wird nicht wirklich darüber erfreut sein. Das Schlimme ist ja, dass selbst die Android Smartphones mit Preisen um die 500 Euro nicht einmal die Sicherheit bieten, dass man die nächste Version von Android noch erleben darf.

An dieser Tatsache sollte sich in meinen Augen definitiv etwas ändern. Wenn zwischen Vorstellung einer neuen Version und dem Update ein Monat liegt, stellt dies auch kein Problem dar. Aber hätte ich Anfang des Jahres ein Motorola Milestone für 500 Euro gekauft und müsste nun auf Android 2.2 bis November warten, würde ich mich doch irgendwie verarscht fühlen.

Und nochmal: Android ist ein super OS, aber einige Dinge müssen sich wirklich noch verändern.

  1. Von der "Update-Politik" bin ich auch arg enttäuscht, abgesehen von den Geräte-Herstellern, sind die Provider in Deutschland arg langsam. Das klappt in den USA beispielsweise wesentlich besser.

    Wie lang hast du nach dem Wort "Dependenz" gegoogelt :P

  2. Also ich habe ja auch ein neues Android Phone, welches mit Android 1.6 ausgeliefert wird und kann das Problem mit der niedrigeren Version momentan zumindest nicht nachvollziehen. Bis auf die Tweetdeck Beta (welche in der Final auch 1.6 unterstützen soll) läuft alles einwandfrei und stabil auf meinem Handy und ich sehe einem Update nicht angespannt entgegen (welches trotzdem noch dieses Jahr kommen soll). Klar kann man es als Nachteil sehen, dass die Update für verschiedene Modelle unterschiedlich herauskommen (wenn sie herauskommen), aber wenns denn auch so stabil läuft, bin ich doch auch mit einer älteren Version zufrieden. Ausserdem habe ich so im Gegensatz zum Iphone eine viel größere Auswahl an verschiedenen Anbietern und Modellen, dass für jeden Geschmack und für jed Anforderung ein passendes Gerät da ist. Das gibt dem mobilen Internetnutzer ein wenig Individualität wieder. Ich vertrete ja die Meinung "Jeder wie er glücklich ist" aber manchmal sind vermeindliche Nachteile eigentlich auch wieder Vorteile.

  3. Google hat ja anscheinend schon angekündigt, dass Hersteller und Provider in der nächsten Version keine Brandings implementieren dürfen. Damit dürfte sich die Update-Verzögerung einigermaßen regeln. Aber manche Sachen werden sich nicht ändern. Du wirst immer wieder Geräte haben, auf denen die neueste Version nicht funktioniert.

    spread the smile – faby

  4. Gutes Thema. Hab schon nen halben Beitrag fertig dazu. Geht auch um Android, 10000 Geräte usw. usf.

  5. Naja, in gewisser Weise schon richtig und nachvollziehbar, in anderer Weise auch wieder nicht…

    Gerade die Sache mit den "Technik-affinen Menschen". Das sind die, die immer das neueste haben wollen. Die sind dann auch problemlos imstande, ein Update auf eine Custom-Firmware selbst durchzuführen. Wer nicht so drauf ist, der hat doch meist gar nicht das Bedürfnis danach, weil er nichts wirklich vermisst.

    Eine Custom Firmware ist in 5 minuten gegooglet und in 30 Minuten inkl. aller Downloads draufgebügelt. Ich hatte/habe bis jetzt 3 Android Phones (G1, Magic, Galaxy S) und bei keinem das geringste Problem damit.

    Natürlich ist die Update-Politik über die Provider sehr sehr suboptimal, aber Google hat ja bereits angekündigt, das zukünftig wohl System-Updates über den Market erhältlich sein sollen. Für Maps ist das ja schon lange der Fall und funktioniert wunderbar, wie die kurzfristige Implementierung von Buzz und Navigation bewiesen haben.

    Ich bin da durchaus guter Dinge für die Zukunft. :-)

  6. Ich oute mich gerne als absoluter Android-Fanboy, und gleichzeitig als Apple-Verweigerer. Allerdings muß ich Dir bei diesem Beitrag wirklich zustimmen. Als Beispiel hierzu nehme ich gerne mein altes Android-Handy, das HTC Magic. Bis heute warte ich vergeblich auf Android 2.x.

    Mit dem jetzigen, dem HTC Desire, kann ich diese Probleme bisher nicht nachvollziehen, denke aber das dies auch noch kommen wird. Längere Update-Intervalle (1x pro Jahr), und somit mehr Zeit für die Gerätehersteller um die aktuellste Version an ALLE Geräte anzupassen wäre denke ich sehr von Vorteil.

  7. Alles richtig.

    Und wann bekommt dein IPhone ein Update..?

  8. Hat Google nicht irgendwann mal verlauten Lassen die Updates Modular über den Market ausliefern zu wollen, so daß alle Smartphone besitzer was davon haben?

  9. Ganz ehrlich: Das ist in der Tat ein Problem, ich denke aber, dass es durchaus Möglichkeiten gibt, mindestens den Vanilla Kernel von Android (also direkt von Google/OHA) auf die Geräte zu bekommen. Beispiele dafür findet man bei Google recht schnell (z.B. HTC Tatto). Als iPhone 1 User, ist man da schon eher gekniffen. Da bleibt nur Ausharren oder Neukauf.

    PS: Ich finde die große Anzahl an fetten Textstellen im Text ziemlich unangehm.

  10. Ein Mensch der immer die neuste Version auf seinem Android Phone haben will, findet auch immer einen weg, zumal es bei Android auch nicht sonderlich schwer ist.

    Mein Desire hatte auch mal ein T-mobile Branding, zum Release von Froyo von HTC, also mit Sense hab ich das Branding entfernt, hat ganze 15 min gedauert….

    Viele hatten schon weit vorher Custom-built ROMs vom Nexus One drauf.

    Und selbst wenn was komplett schief lauft, ein Android Gerät kostet nicht mal ansatzweise so viel wie ein IPhone.

    MfG

    -fraggl-

  11. Wie du es schreibst ist es grundsätzlich erstmal richtig. Aber der Vorteil über die Vielfalt an zur Verfügung stehenden Modellen überwiegt meiner Meinung nach dem Nachteil auf die Updates warten zu müssen.

    Du willst zum Beispiel ein Handy mit richtiger Tastatur? Schon hat sich das iPhone erledigt. Mit Android stehen dir da einige Modelle zur Verfügung. Die Freiheit, die Wahl zu haben, ist schon etwas feines. ;)

  12. Alex Gengler sagt:

    Naja, das muss ich mir spaeter wohl noch einmal etwas genauer durchlesen.

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